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Foto: K. Hennecke

Klimawerkstatt Region Nord-Angeln (04.07.15)

Bürger aus den Gemeinden rings um den Scheersberg wollen sich für die Energiewende und den Klimaschutz in ihrer Region einsetzen. Aus diesem Grund haben am Wochenende 20 Teilnehmer der „Energie- & Klimawerksatt Nord-Angeln“ Projekte erarbeitet, die sie selbst in die Hand nehmen können. Die Klimawerkstatt ist Teil der Initiative Energiebürger.SH, deren Arbeit unter Federführung der Heinrich-Böll-Stiftung SH steht. „Ziel ist es, gemeinsam mit weiteren Bildungsträgern das bürgerschaftliche Engagement zu fördern“, sagt Projektleiterin Doris Lorenz.

Der Klimawerkstatt vorangegangen war ein viermonatiger Kurs in der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg. Hier haben zehn Teilnehmer das Einmaleins der Energiewende und des Klimaschutzes vor Ort gelernt und sich mit Aktiven aus der Region ausgetauscht. „Die Leute müssen mehr wissen und die Zusammenhänge verstehen, danach geht es ans konkrete Handeln“, erklärt Karina Hennecke die Kursbetreuerin.

Die Teilnehmer der öffentlichen Klimawerkstatt auf dem Scheersberg haben sich vier Bürgerprojekte vorgenommen: Sie möchten Energie-Stammtische ins Leben rufen, die Wärmeversorgung effizienter und innovativer gestalten sowie über Mini-Solaranlagen „Mit der Sonne Wäsche waschen“ und wieder mehr zum Selbermachen und Reparieren anregen.

Die Initiatorengruppe der Energie-Stammtische um Dirk Block aus Süderbrarup und Birgitt Jessen-Braun aus Steinbergkirche werden sich zunächst auf den Weg machen, um geeignete Räume und Zeiten für ein erstes Treffen ausfindig zu machen. „Unser Ziel ist es, die Menschen mit Interesse an der Energiewende zusammen zu bringen und das Bewusstsein in der Bevölkerung zu stärken und den Informationsmangel zu beseitigen“, sagt Dirk Block, bei dem sich Interessierte gerne melden können (04641.1233, D-M.Block@t-online.de ).

Ganz konkret die örtliche Wärmeversorgung effizient machen und möglichst auf erneuerbare Energien umstellen, dafür wird sich Thomas Römer aus Rabenkirchen-Faulück kümmern. „Bei uns in der Gemeinde stehen viele Heizungserneuerungen an, das ist die Chance für den Klimaschutz“, erklärt Thomas Römer. Info-Abende mit Referenten aus der Praxis sollen das Wissen direkt in die Gemeinde bringen und das Thema auf die Tagesordnung auch der Kommunalpolitik setzen.

Die Hemmschwelle für die Nutzung erneuerbarer Energien zu senken ist auch das Ziel der Gruppe um Steffan Kaminski, Steinbergkirche mit dem Bürgerprojekt „Mit der Sonne Wäsche waschen“. „Wir wollen den einfachen und kostengünstigen Einsatz von Mini-Photovoltaik-Anlagen sichtbar machen und haben uns hierfür Schritte von der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über, Selbstbau-Workshops bis hin zu Einkaufsgemeinschaften vorgenommen“, erläutert Steffan Kaminski.

Sich auf vorhandene Ressourcen und Kenntnisse zurück zu besinnen und diese für mehr Leute wieder nutzbar zu machen daran will die Gruppe um Helmi Block, Süderbrarup arbeiten. „Wir denken dabei zum Beispiel an Repair-Cafes und Gartengemeinschaften zwischen jung und alt. Dabei steht im Mittelpunkt Leute mit Leuten zu verbinden und in die Fläche hinein zu wirken“, betont Helmi Block.

Zur Dokumentation der Projektentwicklungen geht es hier.

Abschließend wurden die engagierten Bürger von Hans-Werner Berlau, Vorsitzender der AktivRegion Schlei-Ostsee zu den Sitzungen des Arbeitskreises „Klimawandel und Energie“ eingeladen. Und Clemens Teschendorf, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Steinbergkirche freute sich über die gelungene Umsetzung seiner Grußbotschaft: "Nur wenn ich das Mögliche kenne, kann ich das Machbare realisieren".