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2. Netzwerktreffen der Energiekümmerer: August 2014

Am 29. und 30. August fand in der Gustav Heinemann Bildungsstätte in Bad Malente das zweite SH-Netzwerktreffen der Energiekümmerer statt. Das Programm zur Veranstaltung können Sie hier einsehen. 

Freitag

Getreu dem Motto der Veranstaltung, "EnergieSPASSsparen und WärmeZUSAMMEN versorgen" waren dieses Mal Nahwärmegemeinschaften ein wichtiges Thema. Einen Erfahrungsbericht zum Thema lieferte  Prof. Jürgen Rosenfeldt vom Hochschulzentrum für kommunale Energiekonzepte der Fachhochschule Lübeck mit seinem Vortrag zum Energiemodell der Gemeinde Krummesse. Der innovative Aspekt des Modells besteht in der Verknüpfung der Schaffung von Anreizen zur Energieeinsparung mit einer gemeinschaftlichen Nahwärmeversorgung über ein biogasbetriebenes Blockheizkraftwerk. Der Anschluss eines Haushalts an das Wärmenetz kann demnach erst nach einer Energieberatung erfolgen, in der auch Hinweise auf mögliche Sanierungsmaßnahmen gegeben werden. Das Kernstück des Energiemodells bildet das Preismodell, bei dem der Wärme-Arbeitspreis sinkt, je weniger Energie ein Haushalt verbraucht.

Ein weiterer Beitrag zum Thema Nahwärmegemeinschaften kam von Manfred Wulf aus der Gemeinde Klinkrade: Hier konnte die Gründung einer Nahwärmegemeinschaft initiiert werden, welche den Bürgerinnen und Bürgern über ein biogasbetriebenes Blockheizkraftwerk eine preislich günstige Wärmeversorgung ermöglicht. Viele weitere hilfreiche Informationen und zahlreiche Beispiele sind auch in den Wärmewende-Infoblättern von Ralf Radloff zu finden. Die Infoblätter können Sie hier downloaden.

Aus den Schilderungen über den Ablauf der Projekte wurde schnell deutlich, dass es in allen Fällen bestimmte Personen gab, die die Entwicklung der Vorhabens maßgeblich beeinflussten und mit Geduld und Einsatz vorantrieben: die Kümmerer. Diese handeln ganz im Sinne des Changemanagements (Marketingprozess), indem sie zunächst eine Ebene von MultiplikatorInnen ansprechen und dann vor allem über diese die BürgerInnen in ihren verschiedenen sozialen Kontexten erreichen.

Einen Abschluss und gleichzeitig eine thematische Vertiefung der Ergebnisse des ersten Tages bildete nach dem gemeinsamen Abendessen der Vortrag von Friedhelm Onkes vom Genossenschaftsverband zu Bürgerwärmenetzen auf genossenschaftlicher Basis. Neben grundlegenden Informationen über die Genossenschaft als Rechtsform konnte den TeilnehmerInnen eine Fülle an technischer Information zu Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Wärmeversorgung an die Hand gegeben werden. Die PDF-Version seines Vortrages finden Sie hier.

Abschließend wurde festgehalten, dass die Bürgerinnen und Bürger gegenüber einer gemeinsamen (Energie-) Versorgung aufgrund der überschaubaren und beeinflussbaren Strukturen ein großes Vertrauen entgegenbringen, welches den Akteuren vor Ort psychologische Vorteile gegenüber den großen Versorgern verschafft.

Samstag

Am Samstagmorgen konnte die Runde den Umweltpsychologen Friedemann Prose von der CAU Kiel begrüßen. In einem Vortrag zu Partizipativem Sozialen Marketing wurde der Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten des Zugangs zu jenen Bürgerinnen und Bürger gelenkt, die die Kümmerer mit ihrem Engagement erreichen wollen. Dabei wurde deutlich, dass es unterschiedliche Gruppen mit jeweils eigenen Werten und Lebensstilen gibt, die es daran angepasst jeweils individuell anzusprechen gilt. Eine detaillierte Zusammenfassung des Vortrags finden Sie hier.

Anschließend konnten die Kümmerer im Rahmen einer Projektbörse neue Ideen oder auch Schwierigkeiten bei ihren Projekten einbringen. Es wurde dabei ein neues Konzept erprobt, das bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf großen Anklang stieß: die Kollegiale Beratung. Hierbei handelt es sich um eine Methode, bei der in einer Gruppe in relativ kurzer Zeit sehr produktiv und effizient Lösungsansätze für eine Problematik erarbeitet werden können. Ein Video zum Ablauf einer Kollegialen Beratung finden Sie hier, einen Handzettel zum Ablauf hier.

In einer Abschlussrunde wurden die Ergebnisse des Netzwerktreffens diskutiert und bereits ein Ausblick auf das nächste Netzwerktreffen am 28. Und 29. November 2014 gegeben, das ganz unter dem Zeichen der klimafreundlichen Mobilität stehen soll. Ideen und Anregungen zum Programm des Treffens sind herzlich willkommen und können an die Mailadresse der Energiebürger.SH (info@energiebuerger.sh) gerichtet werden.