Webinarreihe: bewirk – gemeinsam fürs Klima!

Start: Dienstag, 18. Januar 2022, 19:00-21:00 Uhr

Dir sind die Themen Klimaschutz und erneuerbare Energien wichtig? Du bist motiviert den notwendigen Wandel mitzugestalten aber dir fehlen Ideen, wie wir den globalen Klimawandel mit konkreten Maßnahmen der Energiewende direkt vor Deiner Haustür stoppen können? Vielleicht hast du auch schon tolle Ideen was in deinem Umfeld, deiner Gemeinde oder deinem Verein für das Klima getan werden kann?

Gemeinsam schaffen wir mehr, dass ist ja wohl klar! Aber wie findest du Mitstreiter*innen? Und wie einigt man sich auf passende Aktionen oder sogar ein Bürger*innenprojekt? Was ist mit der Finanzierung, wenn es konkret wird? Wie funktioniert beispielsweise die gemeinschaftliche Finanzierung einer Solaranlage auf dem Dach des Sportvereins?

Mit unserer sechsteiligen Webinarreihe „bewirk – gemeinsam fürs Klima“ bieten wir Dir jede Menge wissenschaftliches und praktisches Wissen aus unserem Netzwerk sowie einen lebendigen Austausch mit Gleichgesinnten. Grundlage hierfür ist unser Handbuch zur „Initiierung von lokalen Klimanetzwerken und Bürgerenergieprojekten“: https://energiebuerger.sh/aktiv-werden/1099-2/

Die Webinarreihe inspiriert durch lokale Beispiele aus der Praxis und vermittelt Knowhow, das befähigt auch selbst ein lokales Klimanetzwerk zu gründen. Auch nach der Webinarreihe nehmen wie euch an die Hand: Wir sind schon am planen, wie wir euch im Anschluss bei der Umsetzung eurer Aktivitäten und Fragen unterstützen können.

Los geht es mit dem ersten Webinar am Dienstag den 18.01.2022 um 19:00 bis 21:00 Uhr. Fortlaufend findet dann jeden Dienstagabend bis zum 01.03.2022 ein Webinar statt. Die Teilnahme an der Webinarreihe ist kostenfrei. Seid dabei und meldet euch an – gemeinsam fürs Klima!

Anmeldung und Rückfragen: bewirk@boell-sh.de oder Doris Lorenz, lorenz@boell-sh.de 0162 137 02 91

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu den einzelnen Seminaren.

„Globaler Klimawandel – lokaler Klimaschutz“

Dank der fridays for future-Bewegung ist die Klimakrise im letzten Wohnzimmer der Republik angekommen. Auch ein generelles Handlungserfordernis wird nicht in Frage gestellt. Wohl aber die Intensität der Veränderung auf der Zeitschiene und der Grad der erforderlichen CO2-Minderung. Verbunden mit dem Überwechseln in das post-fossile Zeitalter sind hohe Investitionen insbesondere auch in die Infrastruktur der Energieversorgung und der Mobilität. Darüber hinaus eröffnet sich die Frage, ob diese Infrastruktur nicht besser gemeinwohlorientiert ausgerichtet sein sollte, um der Daseinsvorsorge zu dienen.

Lernziel: Es soll ein Überblick über die zentralen Aussagen der Klimawissenschaft zu Kipppunkten und Zeitachsen des Gegensteuerns gegeben werden. Zudem sollen die Kernpunkte des Internationalen Pariser Klimaschutzvertrages aufgezeigt werden und eine Verknüpfung zu den Internationalen Zielen der nachhaltigen Entwicklung – 17 SDGs – hergestellt werden. Da sich Deutschland zu beiden internationalen Abkommen bekennt, soll herausgearbeitet werden, wie die Bundesregierung die Umsetzung aufgestellt hat (Förderkulisse). Dabei wird deutlich, dass dem Klimaschutz auf lokaler Ebene eine hohe Bedeutung zukommt (Kommunales Klimaschutzmanagement). Parallel dazu sollen erste Überlegungen zur Gemeinwohl- bzw. Bürgerorientierung aufgezeigt werden.
Die Erkenntnis, dass ein Handeln vor Ort erforderlich und möglich ist, soll gestärkt werden.

„Potentiale der Energiewende vor Ort für den Klimaschutz“,

Die diversen Szenarien für eine Versorgung mit erneuerbaren Energien unterscheiden sich im Wesentlichen darin, wo und in welcher Maßstäblichkeit die Erneuerbaren erzeugt werden sollen. Die einen gehen von großen Solar- und Wasserstoffkraftwerken im Norden Afrikas und dem Nahen Osten aus und mit den damit verbunden Leitungstrassen nach Nord-Europa. Die anderen verweisen zunächst auf das Gebot des Energiesparens und der mannigfaltigen dezentralen Potentiale vor Ort.
Darüber hinaus ist die Energiewende mehr als nur ein Wechsel der Energieträger – von fossil zu erneuerbar. Aufgrund der naturgegebenen Schwankungen oder sogar nur saisonalen Verfügbarkeit der Erneuerbaren bedarf es intelligenter Systeme für das Management von Angebot und Nachfrage und über die einzelnen Sektoren – Strom, Wärme, Mobilität – hinweg (Sektrokopplung).

Lernziel: Die Teilnehmenden sollen zu einer Abschätzung kommen können, wie bedeutend die lokalen Potentiale der erneuerbaren Energien für die zukünftige erneuerbare Energieversorgung sind. Sie sollen in Grundzügen die Parameter für Wind- und Solarenergie sowie der Nutzung von Biomasse und bodennaher Geothermie kennen. Wichtig dabei ist die Einschätzungsfähigkeit von Flächenbedarfen und –konkurrenzen. Zudem soll deutlich werden, dass das „neue“ Energiemanagement regional machbar und im Aufbau ist. Auch die relevanten Eckpfeiler des Energierechts wie zum Beispiel des Energie-Einspeise-Gesetzes (EEG) werden vermittelt.
Möglichkeiten und Grenzen einer lokalen (dezentralen) Versorgung mit erneuerbaren Energien können von den Teilnehmenden realistisch eingeschätzt werden.

„Bürgerenergie in der Theorie und Praxis“

Bürgerenergie bezeichnet grundsätzlich die Energieversorgung, die nicht durch große Unternehmen oder durch den Staat erfolgt, sondern von den Bürger*innen in Eigenregie durchgeführt wird. Bürgerenergie ist daher vor allem regional, dezentral und demokratisch. Auch eine Kooperation von Bürgerenergie-Gesellschaften mit Kommunen sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) aus der Region wird im Einzelfall als Bürgerenergie bezeichnet. Im Zeichen des Klimaschutzes geht es zusätzlich darum, mittels Bürgerenergie eine effiziente und erneuerbare Energieversorgung auf der Basis von Windkraft, Solarenergie, etc. und der effizienten Kopplung von Strom- und Wärmegewinnung aufzubauen.

Lernziel: Die Teilnehmenden sollen die Rahmenbedingungen für Bürgerenergie in Deutschland kennenlernen und damit verbunden die Chancen und Hemmnisse für eine Realisierung vor Ort einschätzen können. Hierzu gehört die Vermittlung von technischen, ökonomischen, rechtlichen und soziokulturellen Rahmen. Anhand der direkten Aussprache mit Vertreter*innen von guten Beispielen ist die Lust auf „das wollen wir auch“ zu stärken.
Bürgerenergie als gemeinwohlorientierte Daseinsvorsorge und damit Profit für die örtliche Gemeinschaft erkennen.

„Bürger-Netzwerke: Mobilisierung und partizipatives Arbeiten“

Die Einschränkungen während der Corona-Pandemie haben uns vor Augen geführt, was für die „zukunftsfähigkeit“ bzw. resilienz von Städten und Kommunen wichtig ist: Sie müssen „näher“, „öffentlicher“ und „agiler“ sein. Bürger-Netzwerke können dabei einen vielfältigen Beitrag leisten. Die Bürgerenergie bietet vielfältige Chancen für die Stärkung der Soziokultur vor Ort. Dafür steht schon allein, dass die Bürger*innen aus ihrer Zuschauerrolle herausgeholt und in die Rolle der Handelnden überführt werden. Gleichzeitig wird damit ein hohes Maß an Akzeptanz für die Maßnahmen im Sinne der Energiewende und für Erneuerbare-Energie-Anlagen erzielt. Sie können aber auch einen wichtigen Beitrag dazu leisten die lokale Wirtschaftskreisläufe zu stärken. Hierfür ist es erforderlich, den Bürger*innen auf Augenhöhe zu begegnen, ihnen Energieexpert*innen zur Seite zu stellen und den Prozess insgesamt gut zu moderieren.

Lernziel: In diesem Webinar werden konkrete Beispiele von Bürger-Netzwerke für Erneuerbare Energien präsentiert. Die Herausforderungen, sowie die Lösungsansätze dieser Netzwerke werden beleuchtet. Ziel ist es ein Verständnis zu bekommen, wie die Bürger-Netzwerke es geschafft haben Menschen zu mobilisieren mitzumachen, aber auch wie man es schaffen kann eine längerfristige Zusammenarbeit in den Bürger-Netzwerken zu gewährleisten. Das Handbuch wird präsentiert und dient als Diskussionsgrundlage mit Repräsentant*innen der schon etablierter Bürger-Netzwerken.

Changemanagement: Wandel gestalten!

Zu Beginn der 2020er – Jahre zeigt sich der transformative Druck des neuen Jahrtausends mit voller Wucht. Die Klimakrise ist im Alltag angekommen, aus Modellen ist Realität geworden. Der Druck jetzt zu Handeln ist unübersehbar, und es ist unsere Aufgabe, die Krise zu bekämpfen und Klimaneutralität zu erreichen. Diese Entwicklungen erzeugen Unsicherheit, eröffnen aber auch Gestaltungspotential. Der WBGU hat bereits 2014 einer breiten zivilgesellschaftlichen Bewegung eine zentrale Rolle für die erfolgreiche Erfüllung der Klimaziele der Bundesregierung zugeteilt. Genau hier setzt das Webinar an, indem es die Teilnehmenden einlädt, ermutigt,

 und inspiriert den Klimaschutz und die Energiewende in ihren Kommunen und Regionen voranzutreiben.

Lernziel: Menschen zu befähigen Veränderungen (gesellschaftlicher Wandel) selber in die Hand zu nehmen. Ein Verständnis von dem Konzept „Changemanagement“ bekommen, verstehen wie Selbstwirksamkeit funktioniert, und wie sich Wandel steuern lässt? Was sind konkrete Methoden um einen Changeprozess auf- und umzusetzen? Welche digitalen Möglichkeiten gibt es die dabei unterstützen können?

Das A & O der Kommunikation nach innen und außen (Öffentlichkeitsarbeit)

Effiziente Kommunikation ist zielgerichtet auf die zu erreichenden Wertegruppen. Dabei ist die zentrale Frage, welches Ziel verfolge ich mit meiner Kommunikation?  Das Webinar beschäftigt sich einerseits mit der internen Kommunikation im Team, sprich wie kommuniziere ich und arbeite ich am konstruktivsten im Team? Dabei werden unterschiedliche Beispiele von analogen und digitalen Arbeitsmethoden [BEISPIELE] präsentiert. Außerdem werden die Grundlagen einer externen Kommunikation, sprich Öffentlichkeitsarbeit, vermittelt. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Fragestellung mit wem wollen wir kommunizieren gelegt? Denn die Information, die vermittelt werden soll, muss zielgruppenorientiert sein.  Diese Art der Wertebasierten Kommunikation wird durch konkrete Beispielen aufgezeigt.

Lernziel: Die Bedeutung von Kommunikation (nach innen und außen) verstehen, dabei Beispiele zu bekommen wie dies umzusetzen ist und wie daran in Team gearbeitet werden kann.